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KinderEmotionsregulation3 Min. Lesezeit

Das Atemspiel: warum vier, vier, sechs und nicht „tief durchatmen"

Der Kreis wächst, hält und schrumpft langsam. Das lange Ausatmen ist der wirksame Teil.

Kelly Tzanou

Was das Spiel macht

Ihr Kind folgt einem Kreis: vier Sekunden einatmen, während er größer wird, vier Sekunden halten, sechs Sekunden ausatmen, während er langsam schrumpft. Nebenbei sinkt eine Anzeige, die den Alarm darstellt.

Die ungleichen Zahlen sind Absicht. Beim Einatmen beschleunigt der Herzschlag, beim Ausatmen verlangsamt er sich. Eine Ausatmung, die länger ist als die Einatmung, verschiebt das Verhältnis zugunsten des beruhigenden Teils des Nervensystems. „Tief durchatmen" tut das nicht, tiefes, schnelles Atmen kann die Aufregung sogar verstärken.

Warum ein Kreis und keine Anleitung

Ein aufgeregtes Kind kann keiner gesprochenen Anweisung folgen und gleichzeitig zählen. Eine Form, die wächst und schrumpft, braucht kein Zählen und keine Sprache, man macht einfach mit. Deshalb ist die Animation nicht Dekoration, sondern der Wirkmechanismus.

Was Sie danach tun können

  1. Im Ruhezustand üben, nicht im Sturm

    Zwei- bis dreimal pro Woche eine Runde, wenn nichts los ist. Ein Werkzeug, das erst im Notfall ausgepackt wird, ist im Notfall fremd.

  2. Mitmachen statt danebenstehen

    Wer zuschaut, kontrolliert. Wer mitatmet, reguliert mit, und Kinder übernehmen den Rhythmus des Erwachsenen neben ihnen, ohne dass jemand etwas sagen muss.

  3. Es nie als Strafe einsetzen

    „Geh atmen" ist ein Timeout mit besserem Namen. Sobald das Spiel eine Konsequenz ist, wird es verweigert.

  4. Einen eigenen Namen vergeben

    Familien, die es „die Luna-Minute" oder ähnlich nennen, benutzen es tatsächlich. Ein Name macht aus einer Funktion eine Gewohnheit.

Was realistisch ist

Das Spiel beendet keinen Wutanfall, der bereits läuft. Es verkürzt mit der Zeit die Erholung danach und macht das Kind mit dem Zustand vertraut. Wer eine Abkürzung erwartet, hört nach zwei Wochen enttäuscht auf.

WISSENSCHAFTLICHE GRUNDLAGE

Vagale Aktivierung durch verlängerte Ausatmung · Respiratorische Sinusarrhythmie · Ko-Regulation zwischen Bezugsperson und Kind · Übungstransfer nur aus dem ruhigen Zustand

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