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KinderEmotionsregulation3 Min. Lesezeit

Das Gefühlsspiel: Gesichter lesen lernen, und was das mit Streit zu tun hat

Sechs Runden, ein Gesicht, vier Wörter. Was einfach aussieht, ist eine Grundfertigkeit.

Kelly Tzanou

Was das Spiel übt

Ihr Kind sieht Luna mit einem Gesichtsausdruck und wählt aus mehreren Wörtern das passende. Sechs Runden, jedes Mal neu gemischt.

Geübt wird zweierlei gleichzeitig: einen Ausdruck erkennen und ihm ein Wort zuordnen. Kinder unterscheiden sich darin stark, und der Unterschied ist folgenreich, wer Ärger im Gesicht des anderen zuverlässig erkennt, reagiert seltener falsch darauf.

Der Zusammenhang mit Konflikten

Die Fertigkeit ist nicht „nett sein". Sie ist: sehen, was tatsächlich da ist.

Ein großer Teil von Streit unter Kindern beginnt mit einer Fehldeutung: ein neutrales Gesicht wird als ärgerlich gelesen, ein genervtes als feindselig. Wer schneller richtig liest, gerät seltener in Auseinandersetzungen, die aus einem Missverständnis entstanden sind.

Was Sie danach tun können

  1. Das Spiel in den Alltag verlängern

    Beim Vorlesen oder vor dem Fernseher: „Was glaubst du, wie der sich gerade fühlt? Woran siehst du das?" Der zweite Teil der Frage ist der wichtige.

  2. Nach Belegen fragen, nicht nach dem Ergebnis

    „Woran hast du das gemerkt?" bringt das Kind dazu, auf Augenbrauen, Mund und Haltung zu achten, statt zu raten.

  3. Die eigenen Gesichter erklären

    „Ich schaue gerade ernst, aber ich bin nicht böse auf dich, ich denke nach." Kinder deuten die Gesichter ihrer Eltern ständig, und oft falsch.

  4. Fehler stehen lassen

    Eine falsche Zuordnung ist kein Problem. Wer sie korrigiert, macht aus einem Spiel eine Prüfung, und dann wird nicht mehr geraten, sondern geschwiegen.

Wann mehr dahintersteckt

Wenn Ihr Kind auch im Alltag Mühe hat, Gesichter und Stimmungen zu lesen, deutlich häufiger als Gleichaltrige aneckt oder soziale Situationen regelmäßig missversteht, ist das ein Gesprächsanlass, nicht mit einem Spiel zu klären, sondern mit einer Fachperson.

WISSENSCHAFTLICHE GRUNDLAGE

Emotionserkennung im Gesicht · Emotionswissen und soziale Kompetenz im Kindesalter · Feindseliger Attributionsfehler bei Konflikten · Emotionsvokabular als Regulationsressource

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